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Warren Buffett
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Warren Edward Buffett [] (* 30. August 1930 in Omaha, Nebraska) ist ein US-amerikanischer Investor, Unternehmer und Philanthrop. Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt; 2024 wurde sein Vermögen auf ca. 147 Milliarden US-Dollar geschÀtzt.
1956 grĂŒndete er die Buffett Partnership Ltd., mit der er eine Textilfabrik namens Berkshire Hathaway erwarb, die er zu einem diversifizierten Beteiligungskonzern ausbaute. Buffett leitete Berkshire Hathaway von 1970 bis 2025 und ist dort zugleich gröĂter Anteilseigner. 1978 wurde sein GeschĂ€ftspartner Charlie Munger (1924â2023) stellvertretender Vorsitzender.cite-ref-1[1] Buffett wird von Medien weltweit als âdas Orakel von Omahaâ bezeichnet. Er ist bekannt fĂŒr die Anlagestrategie des Value-Investing sowie seine persönliche GenĂŒgsamkeit trotz des immensen Reichtums. Die finanzökonomische Forschung erklĂ€rt Buffetts groĂen Investmenterfolg ĂŒber die konsequente Umsetzung eines faktorbasierten Portfolios mit Leverage.
2010 war er einer der Initiatoren des Giving Pledge, dessen Teilnehmer sich verpflichten, mindestens die HĂ€lfte ihres Vermögens fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke zu spenden. Buffett selbst hat angekĂŒndigt, mehr als 99 Prozent seines Vermögens fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke abzugeben. Er gilt als Philanthrop mit der höchsten je gespendeten Summe.cite-ref-2[2]
Contents
âą Leben
âą Privatleben
âą Derivate
⹠Vermögen
⹠WohltÀtigkeit
âą Publikationen
âą Literatur
âą Monographien
âą Studien
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Leben
Kindheit und Studienzeit
Warren Buffett wurde als zweites Kind des Brokers und spĂ€teren Kongressabgeordneten Howard Buffett und dessen Frau Leila (geb. Stahl) in Omaha geboren.cite-ref-britannica-3-0[3] Er begann seine Schulbildung an der Rose Hill Elementary School. 1942 wurde sein Vater in die erste von vier Amtszeiten des US-Kongresses gewĂ€hlt. Nachdem er mit seiner Familie nach Washington, D.C. gezogen war, beendete Warren die Grundschule, besuchte die Alice Deal Junior High School und absolvierte 1946 die Woodrow Wilson High School. Sein Bild im Jahrbuch der Abschlussklasse trĂ€gt den Untertitel: âMag Mathe, ein zukĂŒnftiger Börsenmakler.âcite-ref-4[4]
Buffett zeigte schon in jungen Jahren Interesse an GeschĂ€ften und Investitionen. Er wurde besonders von einem Buch inspiriert, das er im Alter von sieben Jahren aus der öffentlichen Bibliothek von Omaha ausgeliehen hatte: Tausend Möglichkeiten, 1000 Dollar zu verdienen.cite-ref-5[5] Ein GroĂteil von Buffetts frĂŒhen Kindheitsjahren wurde durch unternehmerische TĂ€tigkeiten geprĂ€gt. Bei einer seiner ersten GeschĂ€ftsideen verkaufte Buffett Kaugummi, Coca-Cola-Flaschen und Wochenzeitschriften von TĂŒr zu TĂŒr. Sein erstes Geld verdiente Buffett dabei im Sommer 1936, indem er Coca-Cola-Sixpacks fĂŒr 25 Cent kaufte und die Einzelflaschen fĂŒr jeweils 10 Cent weiterverkaufte. Er arbeitete auĂerdem im LebensmittelgeschĂ€ft seines GroĂvaters.cite-ref-6[6] Noch in der High School verdiente er Geld mit der Lieferung von Zeitungen, dem Verkauf von GolfbĂ€llen und Briefmarken sowie der Wartung von Autos. In seiner ersten EinkommensteuererklĂ€rung im Jahr 1944 veranschlagte er die anfallenden Kosten fĂŒr die Nutzung seines Fahrrads und seiner Armbanduhr mit 35 US-Dollar.cite-ref-7[7] Im Jahr 1945 gaben Buffett und ein Freund 25 US-Dollar aus, um einen gebrauchten Flipper zu kaufen, den sie in einem lokalen Friseurladen aufstellten. Innerhalb weniger Monate besaĂen sie mehrere Maschinen in drei verschiedenen FriseurlĂ€den in Omaha. Sie verkauften das GeschĂ€ft spĂ€ter im Jahr fĂŒr 1.200 Dollar an einen Kriegsveteranen.cite-ref-8[8]
Seine ersten Aktien erwarb er 1942 im Alter von elf Jahren.cite-ref-1-9-0[9] Es handelte sich um Vorzugsaktien (Preferred shares) des Unternehmens Cities Service, welches sich heute im Staatsbesitz von Venezuela befindet. Er erwarb sie fĂŒr 38,25 US-Dollar und er verkaufte sie fĂŒr ca. 40 US-Dollar. Mit 14 Jahren kaufte er eine 16 ha groĂe Farm in Omaha fĂŒr 1200 US-Dollar, die er verpachtete. Als er 17 war, kaufte er zusammen mit Freunden einen schrottreifen Rolls-Royce fĂŒr 350 US-Dollar. Nachdem sie ihn instand gesetzt hatten, konnten sie ihn fĂŒr 35 US-Dollar pro Tag vermieten.cite-ref-10[10]
Nachdem Buffett 1947 die High School abgeschlossen und mit seinen unternehmerischen und Investment-Unternehmungen Erfolg hatte, wollte er das College ĂŒberspringen und direkt ins GeschĂ€ftsleben einsteigen. Sein Vater zwang ihn jedoch zu einem Collegstudium.cite-ref-11[11]
Mit 16 Jahren begann Buffett ein Studium an der Wharton Business School. Er blieb dort zwei Jahre und trat der Alpha Sigma Phi Fraternity bei.cite-ref-12[12] AnschlieĂend wechselte er an die University of Nebraska, wo er mit 19 Jahren und einem Bachelor of Science in Business Administration abschloss. Nachdem Buffett von der Harvard Business School abgelehnt worden war, schrieb er sich an der Columbia Business School der Columbia University ein, nachdem er erfahren hatte, dass Benjamin Graham, der Vater der Fundamentalanalyse und des Value Investing, dort unterrichtete.cite-ref-13[13] Er erwarb dort 1951 einen Master of Science in Wirtschaftswissenschaften. Nach seinem Abschluss besuchte Buffett das New York Institute of Finance.
FrĂŒhe GeschĂ€ftskarriere
1951 entdeckte Buffett, dass Graham im Vorstand der GEICO-Versicherung war.cite-ref-0-14-0[14] Er fuhr an einem Samstag mit dem Zug nach Washington DC und klopfte an die TĂŒr des GEICO-Hauptquartiers, bis ihn ein Hausmeister einlieĂ. Dort traf er Lorimer Davidson, den VizeprĂ€sidenten von GEICO. Dieser sollte schlieĂlich Buffetts lebenslanger Freund und ein bleibender Einfluss werden.cite-ref-0-14-1[14] Buffett wollte an der Wall Street arbeiten, aber sowohl sein Vater als auch Benjamin Graham drĂ€ngten ihn, dies nicht zu tun. Er bot an, kostenlos fĂŒr Graham zu arbeiten, aber Graham lehnte ab.cite-ref-15[15]
1954 nahm Buffett eine Stelle bei Benjamin Graham an. Sein Anfangsgehalt betrug 12.000 USD pro Jahr (heute etwa 114.000 USD).cite-ref-16[16] Dort arbeitete er eng mit Walter Schloss zusammen. Graham war nach Buffetts Aussage ein harter Chef. Er bestand darauf, dass Aktien einen groĂen Sicherheitsspielraum bieten, nachdem der Kompromiss zwischen ihrem Preis und ihrem inneren Wert abgewogen wurde.cite-ref-1-9-1[9] 1956 zog sich Benjamin Graham zurĂŒck und schloss seine Partnerschaft. Zu diesem Zeitpunkt betrug Buffetts persönliche Ersparnis ĂŒber 174.000 USD (heute etwa 1,64 Millionen USD) und er grĂŒndete Buffett Partnership Ltd.cite-ref-1-9-2[9]
Nachdem sich Graham 1956 ins Privatleben zurĂŒckgezogen hatte, grĂŒndete Buffett 25-jĂ€hrig am 1. Mai 1956 in Omaha seine erste private Kommanditgesellschaft (Buffett Partnership) mit einer eigenen symbolischen Einzahlung von 100 US-Dollar. Weitere 105.000 US-Dollar wurden von sieben Verwandten und Bekannten beigesteuert, darunter seine Schwester Doris, seine Tante und sein Schwiegervater.cite-ref-1-9-3[9] WĂ€hrend dieser Zeit absolvierte Buffett einen Dale-Carnegie-Kurs fĂŒr Kommunikation und MenschenfĂŒhrung und hielt daraufhin regelmĂ€Ăige Vorlesungen an der University of Nebraska zum Thema Investment Principles.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Im Jahr 1957 betrieb Buffett drei Partnerschaften, 1958 waren es bereits fĂŒnf Partnerschaften. 1959 wuchs Buffets Investmentpool auf sechs Partnerschaften und Buffett lernte seinen zukĂŒnftigen Partner Charlie Munger kennen.cite-ref-auto1-19-0[19]
Der im Laufe der Jahre nach Teilnehmern und Einlagen krĂ€ftig wachsende Investmentpool erzielte von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches jĂ€hrliches Anlageergebnis von 29,5 % (dabei verdiente Buffett 25 % des ĂŒber 6 % hinausgehenden Anlageergebnisses).cite-ref-20[20] FĂŒr die Anfangsinvestoren wurden so (nach Abzug von Buffetts Erfolgsanteil) aus 10.000 US-Dollar, 150.000 US-Dollar, im gleichen Zeitraum hĂ€tte eine Investition in den Dow-Jones-Index lediglich einen Betrag von etwas mehr als 15.000 US-Dollar ergeben.cite-ref-21[21]
Berkshire Hathaway
1962 wurde Buffett MillionĂ€r und fĂŒhrte alle seine Partnerschaften zu einer zusammen.cite-ref-22[22]
Buffett investierte im selben Jahr in Berkshire Hathaway und ĂŒbernahm schlieĂlich die Kontrolle ĂŒber die Textilfabrik. Er begann, Anteile an Berkshire von Seabury Stanton, dem EigentĂŒmer, zu kaufen, den er spĂ€ter entlieĂ. Buffetts Partnerschaft begann mit dem Kauf von Aktien zu einem Preis von 7,60 USD pro Aktie. Als Buffetts Partnerschaft 1965 begann, Berkshire aggressiv zu kaufen, zahlte sie 14,86 USD pro Aktie, wĂ€hrend das Unternehmen ein Betriebskapital von 19 USD pro Aktie hatte. Der Wert des Anlagevermögens (Fabrik und AusrĂŒstung) war nicht enthalten. Buffett ĂŒbernahm bei einer Vorstandssitzung die Kontrolle ĂŒber Berkshire Hathaway und ernannte einen neuen PrĂ€sidenten, Ken Chace, um das Unternehmen zu leiten.cite-ref-23[23] 1966 schloss Buffett seine Partnerschaft fĂŒr weiteres Geld. Er behauptete spĂ€ter, dass das TextilgeschĂ€ft von Berkshire sein bisher schlechtestes GeschĂ€ft gewesen sei.cite-ref-2-24-0[24] AnschlieĂend verlegte er Berkshires GeschĂ€ftsfeld in den Versicherungssektor, und 1985 wurde die letzte der MĂŒhlen verkauft, die einst das KerngeschĂ€ft von Berkshire Hathaway gebildet hatten.cite-ref-2-24-1[24]
Buffett löste 1969 seine Partnerschaft auf und bot den Investoren an, ihr Geld in Anteile von Berkshire Hathaway zum damaligen Kurs von etwa 43 US-Dollar/Anteil zu tauschen.cite-ref-25[25]
Buffett besaà Anfang 1970 neben Berkshire Hathaway noch Beteiligungen an Diversified Retailing und Blue Chip Stamps. Diese beiden Unternehmen fusionierte er spÀter mit Berkshire Hathaway (1979 Diversified Retailing, 1982 Blue Chip Stamps), nachdem Mitte der 1970er Jahre die amerikanische Börsenaufsicht SEC nicht zuletzt wegen vermuteter Interessenkonflikte gegen ihn ermittelt hatte (Blue Chip Stamps war ebenfalls eine Art Investmentholding).cite-ref-26[26]
Einer breiten Ăffentlichkeit war Buffett lange Zeit unbekannt. Das Ă€nderte sich erst, als der bekannte Finanzbuchautor George W. Goodman (besser bekannt unter seinem Pseudonym âAdam Smithâ) 1972 Warren Buffett und Benjamin Graham ein eigenes Kapitel in seinem Buch Supermoney widmete.
An der Wall Street hatte der Zusammenbruch der hochspekulativen Aktien Ende der 1960er zu einer Flucht in Aktien von soliden Unternehmen mit guten Gewinnen und bewĂ€hrten Erfolgsgeschichten gefĂŒhrt. Durch die Massenbewegung in die sogenannten Nifty-Fifty oder Vestal-Virgins wurden jetzt deren Kurse, wie vorher die der spekulativen Aktien, in immer unwahrscheinlichere Höhen getrieben. SchlieĂlich sollte auch diese Blase 1973/74 platzen. Erst Ende 1974, fast am Ende eines fĂŒnfjĂ€hrigen BĂ€renmarktes, der die schlimmsten Kursverluste seit der GroĂen Depression gebracht hatte, meldete sich Buffett zu Wort. In einem Forbes-Interview sagte er: âJetzt ist die Zeit zu investieren und reich zu werden.â Buffett selbst hatte schon vor 1974 viele Beteiligungen erworben. Als bis heute hochprofitable Investitionen sollten sich dabei die 1973 erfolgte Beteiligung an der Washington Post und der Erwerb des SĂŒĂwarenherstellers See's Candies 1972 (ĂŒber Blue Chip Stamps) erweisen.
In den 1980er Jahren machte Buffett Schlagzeilen durch den Aufbau gröĂerer AktienbestĂ€nde von Coca-Cola, American Express und Gillette. Daneben erwarb Berkshire Hathaway auch immer wieder ganze Unternehmen, so 1983 den erfolgreichen Möbelhandel Nebraska Furniture Mart, 2003 den gröĂten amerikanischen Hersteller von UnterkĂŒnften in Trailerparks, Clayton Homes, und die dazugehörenden Kreditbanken, die gröĂten ihrer Art in den USAcite-ref-27[27] (siehe unten, Rechtsstreit und Kontroversen). Weiterhin erregte er groĂes Aufsehen, als er 1991 das durch einen Skandal um Manipulationen bei der Versteigerung amerikanischer Staatsanleihen in existentielle Not geratene Wall-Street-Haus Salomon Brothers vor dem Untergang rettete.
Im Zuge der Weltfinanzkrise 2007â2008 fielen die Aktien einiger Portfoliounternehmen von Berkshire Hathaway wie etwa Wells Fargo oder American Express auf historische TiefststĂ€nde.cite-ref-milliardenbeute-28-0[28] Zugleich konnte Buffett durch die stets hohen BargeldbestĂ€nde von Berkshire mehrere groĂe amerikanische Unternehmen mit Milliardensummen unterstĂŒtzen.cite-ref-britannica-3-1[3] Insgesamt wurden in sechs Transaktionen rund 26 Milliarden US-Dollar in Mars Incorporated (6,5 Milliarden US-Dollar), Goldman Sachs, Swiss Re, Dow Chemical (3 Milliarden US-Dollar),cite-ref-29[29] General Electric und zuletzt 2011 in die Bank of America (5 Milliarden US-Dollar) investiert. Neben dem zur VerfĂŒgung gestellten Kapital wurde auch der Tatsache, dass Buffett in die jeweiligen Unternehmen investierte, groĂe Bedeutung beigemessen. Dies wurde an den MĂ€rkten als Vertrauensbeweis und âGĂŒtesiegelâcite-ref-svb-30-0[30] gewertet. Die Mittel wurden als Darlehen vergeben oder fĂŒr Kapitalerhöhungen zu vorteilhaften Konditionen eingesetzt. Mars finanzierte so die Ăbernahme von Wrigley fĂŒr 23 Milliarden US-Dollar, Dow Chemical jene von Rohm & Haas.cite-ref-milliardenbeute-28-1[28] Obwohl diese Investitionen anfĂ€nglich hinterfragt wurden, erwiesen sie sich im Nachhinein als Ă€uĂerst profitabel.cite-ref-britannica-3-2[3] Der Gewinn vor Steuern bis 2013 wurde auf fast 40 Prozent oder rund 10 Milliarden US-Dollar taxiert.cite-ref-milliardenbeute-28-2[28]
Als Beispiel kann die Beteiligung an der Investmentbank Goldman Sachs dienen. Berkshire hatte dieser im September 2008 kurz nach der Insolvenz von Lehman Brothers und der dadurch ausgelösten Vertrauenskrise zwischen den Banken 5 Milliarden US-Dollar an Eigenkapital fĂŒr bis zu fĂŒnf Jahre zur VerfĂŒgung gestellt und dafĂŒr 50.000 Vorzugsaktien erhalten auf die eine garantierte Dividende von 10 Prozent â jĂ€hrlich etwa 500 Millionen US-Dollar â zu zahlen war. AuĂerdem bekam Berkshire Bezugsrechte fĂŒr 43,5 Millionen Stammaktien zum Preis von weiteren 5 Milliarden US-Dollar. Bei AusĂŒbung dieser Bezugsrechte wĂ€re Berkshire gröĂter Goldman-AktionĂ€r geworden. Buffett setzte in diesem Zusammenhang durch, dass mindestens bis Oktober 2011 die Top-Goldman-Manager nicht mehr als zehn Prozent ihrer Anteile an der Bank verkaufen durften.cite-ref-15dollar-31-0[31] Nachdem an den FinanzmĂ€rkten Ruhe eingekehrt war und sich die Finanzierungsbedingungen, auch aufgrund von Leitzinssenkungen, deutlich verbessert hatten und auch die FED als Bankenaufsicht zugestimmt hatte, wurde die Investition im MĂ€rz 2011 vorzeitig abgewickelt. Goldman Sachs kaufte die Vorzugsaktien mit einem zusĂ€tzlichen Aufschlag von 500 Millionen US-Dollar zurĂŒck und Berkshire erhielt eine geringere Zahl an Stammaktien im Wert von 2,1 Milliarden US-Dollar zur Abgeltung der Bezugsrechte, ohne dass hierfĂŒr noch einmal ein Kaufpreis gezahlt werden musste.cite-ref-milliardenbeute-28-3[28] 2010 nahm Buffett Goldman Sachs gegen VorwĂŒrfe von Fehlverhalten seitens der SEC in Zusammenhang mit einem GeschĂ€ft ĂŒber Immobilienkredite im Wert von 1 Milliarde US-Dollar in Schutz und sagte, die beteiligten anderen Banken, unter anderem die Royal Bank of Scotland hĂ€tten sich selbst die Schuld fĂŒr ihr schlechtes Urteilsvermögen zuzuschreiben.cite-ref-32[32]cite-ref-wallfahrt-33-0[33]
Buffett machte sich so einen Namen als âwichtiger Bankenretterâcite-ref-svb-30-1[30] und auch nachdem 2023 mehrere Regionalbanken in den USA in Schwierigkeiten gerieten und die Silicon Valley Bank zusammenbrach, wurde ĂŒber eine Rolle Buffetts bei der Wiederherstellung von Vertrauen in angeschlagene Banken spekuliert.cite-ref-svb-30-2[30]cite-ref-34[34]
Ende 2009 ĂŒbernahm Berkshire den US-Eisenbahn-Konzern Burlington Northern Santa Fe vollstĂ€ndig, nachdem der Anteil zuvor 22,6 % betragen hatte. Buffett setzte damit auf eine Konjunkturerholung in den USA.cite-ref-35[35]
Buffett besaĂ 2009 28,5 % der Anteile von Berkshire Hathaway, entsprechend einem damaligen Kurswert von 36 Mrd. US-Dollar.cite-ref-36[36]
Der Schwerpunkt der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit von Berkshire Hathaway liegt heute neben passiven Beteiligungen im GeschĂ€ft der mittlerweile ĂŒber 60 in verschiedenen GeschĂ€ftsfeldern tĂ€tigen Eigengesellschaften und im Erst- und RĂŒckversicherungsgeschĂ€ft, dokumentiert durch die Eigengesellschaften Berkshire Hathaway Reinsurance Group und Berkshire Hathaway Primary Group sowie GEICO (fĂŒnftgröĂter Kfz-Versicherer der USA) und General Re (fĂŒnftgröĂter RĂŒckversicherer der Welt). Trotz der GröĂe, die Berkshire Hathaway mittlerweile erreicht hat, ist es Buffett in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, ĂŒberdurchschnittliche Anlageergebnisse von etwa 20 % zu erzielen.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Buffetts Vermögen wird zu 99 % durch seine Beteiligung an Berkshire Hathaway reprĂ€sentiert.
Privatleben
Buffett ist bekannt fĂŒr seine persönliche GenĂŒgsamkeit trotz des immensen Reichtums. Sein Lebensstil wird oft als bescheiden beschrieben, so wohnt er immer noch in dem Haus in seiner Heimatstadt Omaha, das er 1958 fĂŒr 31.500 US-Dollar (entspricht 2026 inflationsbereinigt etwa 340.000 USD) gekauft hat.cite-ref-41[41]cite-ref-42[42] Zudem wird gelegentlich sein ungesunder Lebensstil mit Eis und Cola zum FrĂŒhstĂŒck thematisiert, den er selbst beschreibt mit: âDie niedrigsten Sterberaten gibt es unter SechsjĂ€hrigen. Also habe ich entschieden, mich wie einer zu ernĂ€hren.âcite-ref-43[43]
Buffett ist leidenschaftlicher Bridge-Spieler und spielt sowohl Live-Spiele als auch Partien im Internet. Die Liebe zu diesem Sport teilt er unter anderem mit seinem Freund Bill Gates.cite-ref-44[44] 2006 rief er den Buffett Cup ins Leben.
1952 heiratete Buffett Susan Thompson in der Dundee Presbyterian Church. Im nĂ€chsten Jahr bekamen sie ihr erstes Kind, Susan Alice.cite-ref-45[45] 1954 hatten die Buffetts ihr zweites Kind, Howard Graham. Er kaufte 1957 ein Familienhaus mit fĂŒnf Schlafzimmern in Omaha, wo er heute noch lebt.cite-ref-46[46] 1958 wurde das dritte Kind der Buffetts, Peter Andrew, geboren. Buffetts Frau Susan entschied sich 1977 nach 25-jĂ€hriger Ehe, nicht mehr mit ihm zusammenzuleben, und zog nach San Francisco, um als SĂ€ngerin und politische Aktivistin zu arbeiten, hielt jedoch bis zu ihrem Tod 2004 die Partnerschaft mit ihm aufrecht. Susan machte Buffett dann mit Astrid Menks bekannt, die mit ihrem EinverstĂ€ndnis seine stĂ€ndige Begleiterin wurde und mit ihm zusammenzog. Dabei traten Warren und Susan weiterhin als Paar auf. Susan und Astrid verstanden sich gut â Freunde erhielten oft Einladungen, die alle drei unterschrieben hatten. Die Beziehung von Warren, Susan und Astrid kann als polyamore Dreiecksbeziehung bezeichnet werden. An seinem 76. Geburtstag heiratete Buffett Astrid Menks im Haus seiner Tochter Susie.cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]cite-ref-49[49]cite-ref-50[50]
Im April 2012 lieĂ Buffett verlauten, dass er an Prostatakrebs erkrankt sei.cite-ref-mmo-2012-04-18-51-0[51] Die Behandlung wurde im September 2012 erfolgreich abgeschlossen.cite-ref-latimes121609-52-0[52]
AnlagegrundsÀtze
Warren Buffett gilt als Verfechter des Value Investingcite-ref-53[53] und als der erfolgreichste SchĂŒler Benjamin Grahams und dessen Theorien aus den BĂŒchern Security Analysis und The Intelligent Investor. Er wurde im Laufe der Zeit aber auch von anderen Investoren wie Philip Fisher beeinflusst. Gleichzeitig ist er erklĂ€rter Gegner der Markteffizienzhypothese und der Modernen Portfoliotheorie. Die finanzökonomische Forschung erklĂ€rt Buffetts groĂen Investmenterfolg ĂŒber die konsequente Umsetzung eines faktorbasierten Portfolios mit Leverage.cite-ref-54[54]
Obwohl Warren Buffett in seinem Unternehmen nur wenig von Dividenden hĂ€lt, achtet er bei seinen Investments stark auf hohe und steigende Dividenden, die schon seit mehreren Jahrzehnten ausgezahlt werden. Bei Berkshire Hathaway behĂ€lt er (Stand 2017), seitdem er ĂŒber die Kontrolle des Unternehmens verfĂŒgt, alle Gewinne ein. Dieses Geld nutzt das Management fĂŒr AktienrĂŒckkĂ€ufe, wenn sie den Kurs fĂŒr zu tief halten.cite-ref-55[55]
Zentrales Anlagekriterium war oder ist das Konzept der âSicherheitsmargeâ. Der Erwerber eines Wertpapiers soll demnach den inneren Wert des Papiers ermitteln und prĂŒfen, ob der Preis dieses Wertpapiers an der Börse zu seinen Gunsten niedriger ist als der ermittelte Wert. Der innere Wert wird von vielen Faktoren beeinflusst, die bei Graham vor allem nach quantitativen objektiven Kriterien (Liquidationswert des Unternehmens, KGV, Kurs-Buchwert-VerhĂ€ltnis, Verschuldungsgrad, Ertragskraft der Vergangenheit, Dividendenrendite) ermittelt werden.
Es gab die These, Buffett sei allmĂ€hlich von Grahams Lehren abgerĂŒckt. Er habe bei vielen KĂ€ufen groĂen Wert auf qualitative Elemente gelegt (FĂ€higkeiten und IntegritĂ€t des Managements, QualitĂ€t des GeschĂ€ftes, Ertragskraft der Zukunft). Bei der Bewertung qualitativer Elemente wurde Buffett von Philip Fishers Buch Common Stocks and Uncommon Profits, vor allem aber von seinem Freund Charles Munger beeinflusst. Munger und Fisher fordern die Bereitschaft, das zu investierende Kapital stark in wenigen Beteiligungen zu konzentrieren und lehnen eine starke Diversifikation ab. Buffett praktizierte den qualitativen schon frĂŒh. Beispielsweise kaufte er 1964 Anteile an dem durch den Salatöl-Skandal in groĂe Schwierigkeiten geratenen Finanzdienstleister American Express.cite-ref-56[56] und 1976 Aktien des insolvenzbedrohten Versicherers GEICO. In beiden FĂ€llen schĂ€tzte Buffett die damaligen Probleme als ĂŒberwindbar ein und das eigentliche GeschĂ€ft der Unternehmen als gesund und profitabel.
Zwar hat Buffett immer wieder bei der Beurteilung des inneren Wertes eines Unternehmens starken Wert auf subjektive Kriterien gelegt, er hat aber die Grundlagen von Benjamin Grahams Anlagephilosophie nie verlassen. Kernpunkt bleibt, dass der Erwerb eines Unternehmens zu einem sehr attraktiven Preis erfolgen muss. Buffett selbst wird nicht mĂŒde zu erklĂ€ren, dass sein Anlageerfolg kein Einzel- oder Zufallserfolg sei, sondern auf den Lehren von Graham beruhe. Die âSicherheitsmargeâ und der innere Wert eines Unternehmens können seiner Meinung nach von verschiedenen Investoren verschieden ermittelt werden. So prĂ€sentierte er 1984 bei einer Rede an der Columbia University mehrere Investoren (Stan Perlmeter, Bill Ruane, Walter Schloss), die durch die Beachtung von Grahams Prinzipien ĂŒberragenden Anlageerfolg ĂŒber lange ZeitrĂ€ume gehabt haben. Aus dieser Ansprache ging sein berĂŒhmt gewordener Essay The Superinvestors of Graham-and-Doddsville hervor.
Immer wieder legt Buffett beim Erwerb eines Unternehmens deutlich mehr Wert auf subjektive Elemente als Graham. So ist er bereit, fĂŒr ein Unternehmen und seinen in einem von ihm als groĂartig beurteilten GeschĂ€ft enthaltenen âGoodwillâ einen deutlich ĂŒber dem eigentlichen Buchwert liegenden Preis zu bezahlen (im GeschĂ€ftsbericht 1983 erlĂ€uterte er diesen Ansatz ausfĂŒhrlich sowohl allgemein als auch speziell am Beispiel von See's Candies). Die subjektive Ausrichtung zeigt sich auch darin, dass Buffett den Vorsitzenden der Unternehmen, in die er investiert, groĂes Vertrauen entgegenbringt, sie und ihre Arbeitseinstellung sehr schĂ€tzt und ihnen fast völlige Freiheit bei der FĂŒhrung der GeschĂ€fte lĂ€sst, wobei er sich wĂŒnscht, dass sie so lange wie möglich weiterarbeiten. Buffett hat demgemÀà lediglich einen weitergefassten und vielseitigeren Ansatz zur Ermittlung des inneren Wertes entwickelt, als das bei Graham der Fall ist.
AuĂerdem sollen Anleger nach Buffett nur in solche (möglichst âsimpleâ) Unternehmen investieren, deren GeschĂ€ft sie verstehen. Buffett, der nach seiner Ansicht nichts von Technik versteht, hat deshalb so gut wie nie in techniklastige Unternehmen investiert. 1997 lehnte er das Angebot des damaligen Microsoft-VizeprĂ€sidenten Jeff Raikes ab, ins Unternehmen seines Freundes Bill Gates zu investieren, obwohl sich Raikes alle MĂŒhe gab, ihn von den VorzĂŒgen von Microsoft zu ĂŒberzeugen.
Weiterhin soll sich der Investor immer als Teilhaber des GeschĂ€ftes und nicht als auf kurzfristige Kurssteigerungen schielender Spekulant sehen. Konsequenterweise soll der Anleger die Marktschwankungen ignorieren, da er bei einem wohldurchdachten Erwerb nach den Regeln der âSicherheitsmargeâ darauf vertrauen kann, dass sich diese irgendwann zu seinen Gunsten realisiert. Nach Buffett soll es ihm egal sein, wenn die Börse jahrelang geschlossen bleibt und er soll die erworbenen Aktien im Idealfall âfĂŒr immerâ erwerben.
Buffett selbst fasst die Charakteristiken eines lohnenden Investitionszieles immer wie folgt zusammen:
âWir investieren nur in ein Unternehmen, wenn wir (1) die GeschĂ€fte verstehen, (2) die langfristigen Aussichten des Unternehmens gut sind (bewiesene Ertragskraft, gute ErtrĂ€ge auf das investierte Kapital, keine oder nur geringe Verschuldung, attraktives GeschĂ€ft), (3) das Unternehmen von kompetenten und ehrlichen Managern geleitet wird und (4) sehr attraktiv bewertet ist.â
Am Beispiel des Nebraska Furniture Mart, den Buffett 1983 kaufte, erklĂ€rt er, dass er vor jedem Kauf ĂŒberlegt, ob und wie er mit dem Unternehmen konkurrieren könnte: âIch wĂŒrde lieber gegen Grizzlies kĂ€mpfen, als mit Mrs. B. und ihren Nachkommen zu konkurrieren. Sie kaufen brillant ein, sie operieren mit Kostenrelationen, von denen ihre Konkurrenten nicht einmal zu trĂ€umen wagen, nur um dann ihre Ersparnisse an die Kunden weiterzureichen. Es ist das ideale GeschĂ€ft â eines, das auĂergewöhnlichen Wert fĂŒr die Kunden schafft, was sich wiederum groĂartig fĂŒr die UnternehmenseigentĂŒmer auswirkt.â
Buffetts Abneigung gegenĂŒber Verschuldung zeigte sich, als er einmal sagte, dass selbst eine 99-%-Wahrscheinlichkeit, mit geliehenem Geld eine höhere Rendite zu erzielen, nicht das 1-%-Risiko rechtfertigt, durch die Schulden in einem unvorhergesehenen Fall in Schwierigkeiten zu geraten. Dabei definiert er Risiko nicht als VolatilitĂ€t, sondern, wie Benjamin Graham, als die Möglichkeit des permanenten Verlustes von Kapital.cite-ref-57[57] Man dĂŒrfe niemals vergessen, so Buffett, dass einem das Geld anderer Menschen anvertraut wurde, daher sollte auch der kleinste Geldbetrag mit Ă€uĂerster Sorgfalt verwaltet werden.
Allerdings nutzte Buffett das Instrument Schulden indirekt, aber ausgiebig, ĂŒber VersicherungsprĂ€mien, die nicht sofort ausgezahlt werden (sog. Float).cite-ref-doi10-5923-j-economics-20120206-04-58-0[58]cite-ref-thenatio-special-59-0[59] Im Jahr 2011 wies Berkshire Float im Wert von knapp 71 Mrd. USD aus.cite-ref-nzz-60-0[60] Frazzini (2018) gibt Buffetts Leverage mit 1,4 bis 1,7 an. Die Forscher zogen den Schluss, dass Buffetts Anlageerfolg eher auf der Auswahl seiner Unternehmensbeteiligungen beruht als auf seinem Einfluss auf das Management der Unternehmen.cite-ref-frazzini-61-0[61]
Derivate
Buffett gilt als harscher Kritiker von DerivategeschĂ€ften.cite-ref-62[62] So meinte er im Jahr 2002, dass die Menge an Derivaten ânur durch die Einbildungskraft der Menschenâ begrenzt sei, nĂ€mlich von âMadmenâ (Wahnsinnigen). Bei Berkshire Hathaway plĂ€dierte er nach dem Erwerb des RĂŒckversicherers General Re fĂŒr den Ausstieg aus dem DerivategeschĂ€ft, dies aber â zu seinem spĂ€teren Bedauern â nicht nachdrĂŒcklich genug.
Im Februar 2003 widmete er dem Thema Derivate ein eigenes Kapitel in seinem jĂ€hrlichen Anlegerbrief und prĂ€gte dabei den Begriff der Financial Weapons of Mass Destruction (Finanzielle Massenvernichtungswaffen), deren Risiken von den Zentralbanken nicht kontrolliert werden können und deren Auswirkungen fĂŒr das Finanzsystem tödlich sein könnten.cite-ref-63[63] Im Bericht von 2005, nachdem im DerivategeschĂ€ft von General Re ĂŒber 400 Millionen US-Dollar Verluste aufgelaufen waren, erneuerte er diese Kritik. In Hinsicht darauf bemerken Damian Paletta und Scott Patterson im Wall Street Journal, dass das Unternehmen durch verstĂ€rktes Lobbying bei der Gesetzesreform der Regulierung solcher GeschĂ€fte auffĂ€llt.cite-ref-64[64]
Im Jahr 2008 verkaufte er jedoch Derivate in Form von Verkaufsoptionen auf die Börsenindizes S&P 500, FTSE 100, Euro-Stoxx 50 und Nikkei 225 mit Laufzeiten zwischen 10 und 20 Jahren. Er nahm damit sofort eine PrĂ€mie von 5 Milliarden USD ein und ging damit auf dem Höhepunkt der Weltfinanzkrise die Wette ein, dass die Aktienkurse langfristig steigen wĂŒrden. WĂ€ren sie tief geblieben oder gar gefallen, hĂ€tte er den KĂ€ufern der Optionen bis zu 37 Milliarden USD als Ausgleich zahlen mĂŒssen.cite-ref-nzz-60-1[60]
Vermögen
Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt;cite-ref-65[65]cite-ref-66[66] nach der Forbes-Liste betrug sein Vermögen im Jahr 2025 rund 147 Milliarden US-Dollar. Somit belegte er Platz 10 auf dieser Liste der reichsten Menschen der Welt.cite-ref-67[67] Da sein Vermögen fast vollstÀndig aus Aktien von Berkshire Hathaway besteht, kann der Betrag stark schwanken.cite-ref-68[68]
Zeitweise galt Buffett als reichster Mensch der Welt, so löste er 2008 Bill Gates an der Spitze der MilliardĂ€rsrangliste abcite-ref-69[69] und verblieb dort bis 2010, als er wiederum von Carlos Slim HelĂș abgelöst wurde.cite-ref-70[70] Buffett erhĂ€lt ein Jahresgehalt von 100.000 US-Dollar fĂŒr seine Funktion bei Berkshire Hathaway.cite-ref-71[71]
WohltÀtigkeit
Mit einer bis Sommer 2022 gespendeten Summe von ungefĂ€hr 48 Milliarden US-Dollar gilt Buffett als die Person mit der höchsten je aufgebrachten Spendensumme und wurde von Forbes als âgröĂter Philanthrop aller Zeitenâ bezeichnet.cite-ref-forbesjun2022-72-0[72]cite-ref-britannica-3-3[3]cite-ref-merkur2021-73-0[73]cite-ref-nzz2021-74-0[74]
1964 grĂŒndete Buffett die Buffett Foundation, die nach dem Tod seiner frĂŒheren Ehefrau nach ihr in Susan Thompson Buffett Foundation umbenannt wurde. Bereits 2006 hatte er angekĂŒndigt, 85 % seines Vermögens nach und nach an fĂŒnf Stiftungen zu Gunsten wohltĂ€tiger Zwecke abzugeben. Der GroĂteil sollte dabei an die Bill & Melinda Gates Foundation gehen, ein kleinerer Anteil an die Susan Thompson Buffett Foundation sowie an drei Stiftungen, die von seinen Kindern gegrĂŒndet wurden.cite-ref-cnn-2006-06-25-75-0[75]
Im Juni 2010 initiierte Buffett dann zusammen mit Bill und Melinda Gates die Kampagne The Giving Pledge (deutsch: âDas Versprechen zu gebenâ), die MilliardĂ€re animieren soll, sich zu verpflichten, mehr als die HĂ€lfte ihres Vermögens fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke zu spenden.cite-ref-givingpledge-76-0[76] Bis 2023 schlossen sich ihr mehr als 230 Menschen aus aller Welt an.cite-ref-givingpledge-76-1[76] Buffett selbst versprach in diesem Rahmen, dass zu seinen Lebzeiten und nach seinem Tod mehr als 99 Prozent seines Vermögens fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke gespendet wĂŒrde.cite-ref-pledge-77-0[77] JĂ€hrlich gab er seither etwa 4 Prozent seiner Anteile an Berkshire Hathaway abcite-ref-pledge-77-1[77] und bis 2022 insgesamt mehr als die HĂ€lfte der Anteile, die er noch 2006 gehalten hatte.cite-ref-forbesjun2022-72-1[72] Buffett gilt als der Philanthrop mit der höchsten je tatsĂ€chlich abgegebenen Spendensumme, von 48 Milliarden US-Dollar bis 2022.cite-ref-forbesjun2022-72-2[72]
Von 2000 bis 2022 â mit einer Unterbrechung durch die Corona-Pandemie 2020/2021 â versteigerte Buffett jĂ€hrlich ein Mittagessen mit ihm im New Yorker Steakhaus Smith & Wollensky. Die Erlöse kamen dabei der in San Francisco ansĂ€ssigen WohltĂ€tigkeitsorganisation Glide Foundation zugute, die sich der BekĂ€mpfung von Armut und Obdachlosigkeit besonders in San Francisco widmet. Das höchste dabei erzielte Gebot lag bei ca. 19 Millionen US-Dollar im Jahr 2022.cite-ref-78[78]
MedienprÀsenz und mediale Rezeption
Die Jahreshauptversammlungen von Berkshire Hathaway, die zuletzt von mehr als 37.000 Menschen besucht wurden, werden als Woodstock fĂŒr Kapitalisten bezeichnet. Buffett erregt dort immer wieder Aufmerksamkeit durch scharfsinnige, selbstkritische und humorvolle Bemerkungen.cite-ref-wallfahrt-33-1[33] Bekannt ist Buffett auch fĂŒr die jĂ€hrlichen Briefe an die AktionĂ€re von Berkshire Hathaway (Shareholder Letters),cite-ref-79[79] die geradezu als PflichtlektĂŒre fĂŒr Investoren geltencite-ref-80[80] und in denen er nicht nur auf die jeweils aktuelle GeschĂ€ftsentwicklung eingeht, sondern auch Gedanken zu seiner Anlagestrategie und anderen Themen teilt und auch seine eigenen Anlageentscheidungen frĂŒherer Jahre reflektiert. Buffett wird von Medien weltweit als âdas Orakel von Omahaâ bezeichnet.cite-ref-81[81]cite-ref-82[82]cite-ref-83[83]
In einem 2010 veröffentlichten Werbespot des amerikanischen Kfz-Versicherungsunternehmens Geico wirkte der damals fast 80 Jahre alte Buffett im typischen BĂŒhnenoutfit von Axl Rose, SĂ€nger der Rockband Guns Nâ Roses, mit und erzielte damit speziell in den US-Medien betrĂ€chtliche Resonanz.cite-ref-cnn-2010-84-0[84]cite-ref-abc-new-2010-85-0[85]
In dem 2011 veröffentlichten Film Too Big to Fail â Die groĂe Krise ĂŒber die Finanzkrise ab 2007 wurde Buffett von Ed Asner dargestellt.cite-ref-86[86]
In der 15. Staffel von âThe Apprenticeâ hatte Warren Buffett einen Auftritt.cite-ref-87[87]
Auszeichnung und Mitgliedschaften
Buffett ist TrÀger der Presidential Medal of Freedom, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA.cite-ref-88[88] 1992 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewÀhlt. Seit 2009 ist er gewÀhltes Mitglied der American Philosophical Society.cite-ref-89[89]
Rechtsstreit und Kontroversen
Die US-Katastrophenhilfsbehörde FEMA verklagte 2011 die Buffett gehörende Firma Clayton Homes, weil in den Wohncontainern, die sie fĂŒr die Unterbringung von Opfern des Hurrikans Katrina lieferte, erhöhte Mengen von Formaldehyd gemessen wurden, das Atemwegserkrankungen bei Kindern hervorrufen kann und in den USA als krebserregend eingestuft ist. Dieselben Container lieferte die Hilfsorganisation Clinton Foundation nach Haiti, möglicherweise nach aggressivem Druck von Clayton Homes.cite-ref-90[90]
2015 berichteten die Seattle Times, BuzzFeed und das Center for Public Integrity in einer mehrteiligen Serie ĂŒber GeschĂ€ftspraktiken der Firma Clayton Homes und der ihr angeschlossenen Kreditbanken.cite-ref-91[91]cite-ref-92[92]cite-ref-93[93] Die VorwĂŒrfe betrafen insbesondere falsche Versprechungen beim Vertragsabschluss, ZusatzgebĂŒhren und nach Kauf plötzlich geĂ€nderte Vertragsbedingungen sowie ĂŒberhöhte Zinsforderungen.cite-ref-94[94] Gleichzeitig engagierte sich Buffetts Firma beim US-Kongress fĂŒr eine Abschaffung von Verbraucherschutzbestimmungen zugunsten von Bewohnern von Mobilheimen.cite-ref-95[95] Clayton Homes wies die VorwĂŒrfe im Omaha World Herald zurĂŒck,cite-ref-96[96] das Center for Public Integrity blieb aber bei seiner Darstellung.cite-ref-97[97] Weitere VorwĂŒrfe betrafen die Erhebung höherer Zinsen und GebĂŒhren bei Angehörigen von Minderheiten wie Afroamerikanern, Hispanics oder Indianern.cite-ref-98[98] Nach dem Bericht forderten vier demokratische Kongressabgeordnete eine Untersuchung des GeschĂ€ftsgebarens des Unternehmens.cite-ref-99[99]
Publikationen
âą Letters of the Chairman
âą Berkshire Hathaway Annual & Interim Reports
âą Die Essays von Warren Buffett. Die wichtigsten Lektionen fĂŒr Investoren und Unternehmer, 8. Aufl., FinanzBuch Verlag, MĂŒnchen 2024, ISBN 978-3-95972-768-6.
âą The Superinvestors of Graham-and-Doddsville. In: Benjamin Graham: The Intelligent Investor. 4. Korr. Auflage. Harper & Row, 2003, ISBN 0-06-055566-1, S. 537â560, Appendix 1. (als PDF-Download).
Literatur
Monographien
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âą Look at all those beautiful, scantily clad girls out there! In: Forbes. 1. November 1974.
âą Roger Lowenstein: Buffett â The Making of an American Capitalist. Random House, New York 1995, ISBN 0-385-48491-7.
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âą Robert G. Hagstrom: Buffettissimo. Campus, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-593-36948-6.
âą James Pardoe: So macht es Warren Buffett. Linde, Wien 2005, ISBN 3-7093-0071-1.
âą Ayano Morio: Warren Buffett. Ein Manga. FinanzBuch Verlag, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-89879-219-6. (Rezension, Auszug, PDF-Datei)
⹠Roger Lowenstein: Buffett : Die Geschichte eines amerikanischen Kapitalisten. Börsenmedien, Kulmbach 2009, ISBN 978-3-938350-87-4.
âą Alice Schroeder: Warren Buffett. Das Leben ist wie ein Schneeball. Aktualisierte Ausgabe. FinanzBuch, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-89879-602-6.
âą Robert G. Hagstrom: Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie. 3., komplett ĂŒberarbeitete Ausgabe. Börsenbuch, Kulmbach 2016, ISBN 978-3-86470-375-1.
âą Gisela Baur: Warren Buffett. Der Jahrhundertkapitalist. Vom Zeitungsjungen zum MilliardĂ€r â sein Weg zum Erfolg. FinanzBuch, MĂŒnchen 2018, ISBN 978-3-95972-055-7.
âą Robert G. Hagstrom: Warren Buffett. Das ultimative Mindset fĂŒr Investoren. Börsenbuch, Kulmbach 2022, ISBN 978-3-86470-753-7.
⹠Glen Arnold: Die Deals von Warren Buffett - Vol. 1. Die ersten 100 Millionen Dollar. Börsenbuchverlag, 2025, ISBN 978-3-86470-996-8.
Studien
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âą Andrea Frazzini, David Kabiller, Lasse Heje Pedersen: Buffett's Alpha. In: Financial Analysts Journal. Band 74, Nr. 4, 2018, S. 35â55, doi:10.2139/ssrn.3197185.
Weblinks
Commons
: Warren Buffett
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiquote: Warren Buffett
â Zitate
âą Literatur von und ĂŒber Warren Buffett im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Warren Buffett bei IMDb
âą Berkshire Hathaway (englisch)
âą Warren Buffett im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
âą Jeff Desjardins: The Warren Buffett Empire in One Giant Chart. In: visualcapitalist.com. 1. Mai 2018 (englisch)
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Einzelnachweise
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